Was ist Offset- und Digitaldruck?

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Die frühesten Anfänge des Buchdruckes sind bis nach Babylon, Asien und in das alte Rom zurückzuverfolgen. Damals schnitzte man die komplette Druckseite in einen Druckstock aus Holz und hat diesen dann abgezogen. Der Buchdruck, so wie wir ihn kennen, fand seinen Anfang im 15. Jahrhundert. Johannes Gutenberg erfand den Buchdruck im Bleisatz und revolutionierte damit die gesamte Wirtschaft, das Schulsystem und die Gesellschaft.

 

Was mit mühseligem Setzen von einzelnen Blei-Lettern, die dann einfarbig, seiten- oder bogenweise gedruckt wurden, begann, machte im Laufe der Jahrhunderte eine faszinierende technologische Wandlung durch bis zu den heute gängigsten Druckmethoden.

 

Dem Offset- und dem Digitaldruck.

 

Was die Unterschiede sind und welche Methode am besten wo zum Einsatz kommt, wollen wir folgend für Sie erläutern.

Differenzierung

Der Offsetdruck ist die am weitesten verbreitete Druckmethode und erlaubt es hochqualitative Druckerzeugnisse in großen Volumen zu produzieren. Dabei wird entweder auf Bögen oder Rollen gedruckt. Letztere Variante findet beim Zeitungsdruck Einsatz. Der Offsetdruck ist ein Vierfarbdruck.

Für jeden einzelnen Farbkanal des CMYK-Farbraums muss eine Druckplatte, meist aus eloxiertem Aluminium, entwickelt werden. Früher erfolgte dieser Prozess über einen analogen, fotografischen Vorgang. Heutzutage geschieht dies überwiegend Digital durch punktweises Belichten aus den Datensätzen.

Durch die Veränderung der Oberfläche der Druckplatten werden die Bereiche die die Farben in unterschiedlicher Dichte führen definiert. Die Druckformen sind statisch und können nicht mehr dynamisch verändert werden (wie zum Beispiel beim Digitaldruck).

Die Druckfarben im Offsetdruck sind besonders zähflüssig. Gedruckt werden kann auf eine Vielzahl von Druckmedien in unterschiedlichen Rastern (wie fein die Farbpunkte aufgetragen werden), auch Sonderfarben (zum Beispiel HKS) sind möglich.

 

Beim Digitaldruck geht es – wie der Name schon vermuten lässt – darum, einen Druck direkt aus einer digitalen Druckdatei durchzuführen, ohne eine statische Druckform zu benötigen. Die zwei gängigsten Verfahren im Segment des Digitaldruckes sind der Tintenstrahldruck und der Laserdruck. Beide Methoden kennen Sie sicher aus dem Büro oder von Ihrem heimischen Drucker. Digitaldruckanlagen verwenden genau dieselbe Technologie wie die Heimdrucker, nur eben in größeren Maßstäben und der Möglichkeit unterschiedliche Druckmedien (nicht nur Papier und Karton sondern auch Kunststoffe und Textilien für Werbemittel wie Banner und Transparente) zu bedrucken.

Beim Laserdruck werden ebenfalls vier Farben (CMYK) in vier Schichten durch Magnetisierung auf das Druckmedium aufgebracht. Danach wird in einem thermischen Prozess durch die Heizwalzen der Farbstoff (in pulvriger Form, Toner) auf das Druckmedium gebrannt. Für gute Ergebnisse ist die richtige Temperatur kritisch. Diesen Vorgang nennt man „fixieren“.

Beim Tintenstrahldruck wird der Farbstoff in hochflüssiger Tintenform (manchmal mehr als vier Farben, für fotorealistische Ergebnisse) durch Düsen in einem sich bewegenden Druckkopf auf das Medium aufgetragen. Gerade für Bahnendrucke wie Transparente und Flaggen findet dieser Druckvariante Einsatz (wenngleich auch in viel größeren Ausführungen, als Sie das zu Hause vom Tintenstrahldrucker kennen – das Prinzip ist allerdings das selbe).

Da beim Digitaldruck keine Druckplatten angefertigt werden müssen, kann ein Druckauftrag meist schneller ausgeführt werden und auch kleine Volumen machen im Digitaldruck Sinn.

Es hat sich so zum Beispiel etabliert, dass man auf farbkonfigurierten Digitaldruckmaschinen (sie sind eingestellt, als wären es Offset-Maschinen) Proofs – also Andrucke von großen Offset-Aufträgen zur Freigabe fertigt.

In den üblichen Copyshops kommen ausschließlich digitale Druckverfahren zum Einsatz.

 

Vorteile und Nachteile

Wo kein Vorteil, da kein Nachteil und auch umgekehrt. So auch bei diesen beiden Druckvarianten.

 

Offsetdruck

Vorteile

  • günstige Druckmethode für hohe Volumen
  • Vielzahl an Druckmedien
  • absolut professionelle Ergebnisse
  • viele Veredelungsmöglichkeiten in der Weiterverarbeitung (Lacke, Prägungen)
  • hochbeständige und haltbare Farben

 

Nachteile

  • etwas längere Lieferzeiten
  • Einzeldrucke und Kleinserien wirtschaftlich nicht lohnend
  • hohe Stornokosten wenn Druckplatten bereits entwickelt sind

 

Digitaldruck

Vorteile

  • Einzeldrucke und Kleinserien preiswert machbar
  • Vielzahl an Druckmedien, auch Textilien und Planen
  • schnelle Reaktionszeit, da keine Platten entwickelt werden müssen
  • aus dem selben Grund günstigere Stornokosten
  • schnelle Produktion

 

Nachteile

  • weniger Möglichkeiten bei der Veredelung
  • große Volumen wirtschaftlich nicht lohnend
  • Druckergebnisse kommen sehr nahe an den Offsetdruck heran, aber nicht ganz
  • teure Verbrauchsmaterialien

 

Welche Druckmethode findet wann Einsatz?

Grundsätzlich gilt, dass Projekte mit hohem Volumen eher im Offset gefertigt werden, Einzelstücke, Werbemittel, Großflächendrucke wie Fahnen, Banner und Tafeln, Kleinserien sowie Drucke auf besonders ausgefallenen Medien im Digitaldruck. Auch sind „Schnellschüsse“ eher nur im Digitaldruck möglich, da hier keine physischen Druckplatten angefertigt werden müssen.

 

Warum ist der Offsetdruck günstiger als der Digitaldruck?

Nun, das ist er nur, bei hohen Druckvolumen. Obwohl Druckplatten angefertigt werden müssen und die Druckvorbereitung beim Offsetdruck weit aufwendiger ist als beim Digitaldruck, profitiert der Offsetdruck von (im Vergleich) günstigeren Verbrauchsmaterialien wie Farben und Druckmedien und von hochoptimierten Arbeitsprozessen. Dabei werden, egal ob auf Bogen- oder Rollendruck, sämtliche Aufträge für eine Papiersorte optimal auf den Drucknutzen gesetzt, um möglichst effektiv die vorhandene Fläche zu nutzen. Das spart natürlich unterm Strich Kosten, weil es weniger „Verschnitt“ gibt.

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